Suche
Close this search box.

Der SEO-Wochenrückblick KW 11/19

Der Direct Traffic in Google Analytics ist nicht der reine direkte Traffic (direkte Eingabe der URL in die URL-Zeile, Klick auf Bookmarks), wie man vielleicht vermutet, sondern vielmehr die große Müllhalde des Traffics. Neben dem echten direkten Traffic landet hier nämlich auch beinahe jeder andere Traffic, dessen Quelle Google nicht zuordnen kann. Wie Ihr Eure Direct-Traffic-Daten aufräumen und sauberer gestalten könnt, erfahrt Ihr in unserm Top-Thema. Außerdem: Neues Core Update von Google offiziell bestätigt.

Direct Traffic, seine Tücken und wie man sie umgeht

Gemeinhin wird Direct Traffic als der Traffic betrachtet, der entsteht, wenn Nutzer eine URL direkt in die URL-Zeile ihres Browsers eingeben oder ein gespeichertes Bookmark für diese URL benutzen, um auf eine Seite zu gelangen. Aber das ist so nicht ganz richtig. Direkte URL-Eingaben und das Klicken von Bookmarks sind tatsächlich nur ein Teil der Quellen für Direct Traffic. Kurz umrissen kann man behaupten, dass Google jeden Traffic auf eine Seite als Direct Traffic einordnet, dessen Quelle nicht bekannt ist, was die Daten zum Direct Traffic in Google Analytics schwammig und weniger aussagekräftig werden lässt.

In der folgenden Grafik ist sehr schön zu sehen, wie Google jeden Traffic, dessen Quelle nicht zugeordnet werden kann, als Direct Traffic (unten rechts in der Grafik) einordnet.

Wie Google Traffic-Quellen einordnet
Wie Google Traffic-Quellen einordnet ©MOZ

MOZ hat in der vergangenen Woche einen Beitrag veröffentlicht, in welchem ersichtlich wird, aus welchen zusätzlichen Quellen Direct Traffic noch stammen kann und hat gleich Tipps mitgeliefert, wie der Direct Traffic für eine vernünftige Analyse aufgeräumt werden kann.

In unserem Top-Thema haben wir das wichtigste aus dem MOZ-Artikel für Euch zusammengefasst und lasst Euch eines sagen: Auch wenn es einige Mühe kostet, Daten aus echtem und sauberem Direct Traffic zu erhalten, so ist es dennoch den Aufwand wert. Denn oft sind die Nutzer, die echten Direct Traffic generieren, die treuesten und umsatzstärksten Nutzer Eurer Website. Schließlich haben sie sich ein Bookmark zu Eurer Seite gesetzt oder geben Eure URL ganz bewusst in die URL-Zeile ihres Browsers ein, um zu Euch und zu niemand anderem zu gelangen.

Die große Frage lautet nun also: Was versteckt sich noch alles im Direct Traffic und was könnt Ihr tun, um Eure Direct Traffic-Daten aufzuräumen?

HTTPS und das Sicherheitsprotokoll

Sicherheit geht vor. Und das führt in diesem Fall zu Komplikationen. Denn wenn ein Nutzer einen Link auf einer sicheren HTTPS-Seite anklickt, der auf eine unsichere HTTP-Seite leitet, werden keine Daten übermittelt und somit auch nicht die Quelle des Klicks. Dies ist vom Sicherheitsprotokoll so gewollt, aber es lässt unsere Direct-Traffic-Daten verschwimmen, da es sich bei dem Klick nun mal NICHT um Direct Traffic handelt.

Die Lösung: Von HTTP zu HTTPS wechseln. Lediglich Links von HTTPS zu HTTP führen zur Verwässerung Eurer Direct-Traffic-Daten. Links von HTTP zu HTTP, HTTPS zu HTTPS oder HTTP zu HTTPS liefern allesamt die Daten, die Google benötigt, um die Traffic-Quelle zu erkennen. Sollte Eure Seite also noch ohne Sicherheitsprotokoll laufen, solltet Ihr Euch allein deshalb eines zulegen, damit Google Traffic dieser Art vernünftig zuordnen kann und nicht länger als Direct Traffic interpretiert.

Fehlender oder defekter GA Tracking Code

Tracking Codes helfen beim … Tracken. Klingt komisch, ist aber so. Wenn Ihr vergesst, einen Google Analytics Tracking Code auf einer Seite zu implementieren, ist das Tracken nun mal nicht möglich. Ebenso bei einem fehlerhaften Tracking Code. Ein Beispiel: Ein User gelangt über eine Suchmaschine auf eine Eurer Landingpages, die versehentlich keinen Tracking Code enthält. Im nächsten Schritt klickt der Nutzer nun auf einen internen Link, der ihn auf eine andere Seite Eurer Website führt, die über einen Tracking Code verfügt. In diesem Szenario wertet Google Analytics die zweite Seite als erstbesuchte Seite und ordnet sie sehr wahrscheinlich als Direct Traffic ein.

Fehlende Tracking Codes generieren fälschlicherweise Direct Traffic Daten
Fehlende Tracking Codes generieren fälschlicherweise Direct-Traffic-Daten ©MOZ

Die Lösung: Fehlenden Tracking Code implementieren. Fügt den fehlenden GA Code ein, bzw. repariert den defekten Code. Als Alternative könnt Ihr auch Google Tag Manager-basiertes Tracking nutzen.

Problematische Weiterleitungen

Informationen können verloren gehen. Das Nutzen von meta refreshes, JavaScript-basierten Weiterleitungen oder unnötigen Weiterleitungsketten können alle zum Verlust von Informationen führen. Je komplexer die Weiterleitung, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Referrer-Daten verlorengehen und Google den Traffic deshalb fälschlicherweise dem Direct Traffic zuordnet.

Die Lösung: Haltet Eure Weiterleitungen sauber. Nutzt als internen Link also immer die aktuellste URL einer Seite, auch wenn es sehr gemütlich wäre, einfach die Weiterleitung ihre Arbeit machen zu lassen. Aus SEO-Sicht empfiehlt es sich sowieso, Weiterleitungsketten zu vermeiden, um die Suchmaschine nicht unnötig über Umwege zu leiten und das Crawl-Budget zu schonen.

Non-Web Documents

Kontrolliert das, was Ihr kontrollieren könnt. Traffic aus Non-Web Documents (Office Dokumente, PDFs, native Apps …) übermittelt keine Referrer-Informationen und wird daher in Google Analytics als Direct Traffic eingeordnet. Diese Links könnt Ihr natürlich nur zu einem gewissen Anteil beeinflussen. Aber den Traffic aus Euren eigenen Non-Web Documents und auch den Traffic, den Eure Offline-Marketing-Maßnahmen generieren, solltet Ihr kontrollieren so gut es geht.

Die Lösung für Non-Web Documents: UTM Paramenter verwenden. Stellt Ihr zum Beispiel ein eigenes Whitepaper als PDF zum Download bereit, solltet Ihr alle Links in diesem Dokument mit UTM Parametern versehen. Auf diese Weise ist es Euch möglich, den generierten Traffic dem jeweiligen Dokument zuzuordnen.

Die Lösung fürs offline Marketing: Eine eigene Landingpage erstellen. Schaltet Ihr offline Werbung (im TV, in einer Zeitschrift, per Flyer …) ist es durchaus möglich, den Traffic, der durch diese Maßnahme entsteht, zumindest teilweise der jeweiligen Kampagne zuzuordnen. Dazu müsst Ihr lediglich eine eigene Landingpage mit einer möglichst kurzen und/oder eingängigen URL erstellen (zum Beispiel seo-trainee.de/besuchen). Eine weitere Möglichkeit wäre, eine URL anzulegen, ohne eine Landingpage zu gestalten und stattdessen die erstellte URL auf eine bereits existierende Landingpage weiterzuleiten.

„Dark Social“

Private Kommunikation ist ein Problem. Zumindest wenn es darum geht, Traffic-Quellen zu identifizieren. In einer Studie konnte festgestellt werden, dass ca. 84 % (Zahlen aus dem Jahr 2012) der Social Shares sogenannte Dark Social Shares sind. Dies wiederum sind Shares, die innerhalb der privaten Kommunikation von Nutzern getätigt werden, zum Beispiel via WhatsApp, Facebook-Messenger, Skype oder E-Mail und in Google Analytics als Direct Traffic eingeordnet werden. Wie schon bei den Non-Web Documents, könnt Ihr auch hier nur eingeschränkt Kontrolle über die Traffic-Daten gewinnen. Eine wirklich gute Lösung gibt es nicht. Der aus unserer Sicht nützlichste Tipp ist wohl, für jede Eurer Kampagnen ein gutes Tracking einzurichten und entsprechende URLs mit UTM Parametern zu versehen, um einen Teil des Traffics immerhin den jeweiligen Kampagnen zuordnen zu können.

84 Prozent der Social Shares sind „Dark Social Shares“
84 Prozent der Social Shares sind „Dark Social Shares“ ©MOZ

Aufgeräumter Direct Traffic

Beachtet Ihr die Punkte, die wir Euch hier vorgestellt haben, könnt Ihr Eure Direct-Traffic-Daten in Google Analytics schon ordentlich aufräumen. MOZ zeigten in ihrem Artikel sehr eindrucksvoll, wie sich die Menge des Direct Traffics innerhalb von sechs Monaten reduzierte, nachdem eine Website auf HTTPS umgestellt und GTM- und Kampagnen-Tracking eingerichtet wurde:

Säuberung von Direct Traffic-Daten im Verlauf von 6 Monaten
Säuberung von Direct-Traffic-Daten im Verlauf von 6 Monaten ©MOZ

Wie Ihr seht, ist der Direct Traffic, der Euch in Google Analytics angezeigt wird, ganz und gar nicht ausschließlich direkter Traffic, der von Euren Stamm-Usern generiert wird. Vielmehr versteckt sich im Direct Traffic so gut wie jeder Traffic, der nicht zugeordnet werden konnte. Dieser erhöht fälschlicherweise den Direct Traffic und fehlt in den Traffic-Kanälen, denen er eigentlich zugeordnet werden müsste. Um die Analysen Eures Traffics sauberer zu gestalten, lohnt es sich mit Sicherheit, die Tipps umzusetzen und Euren Direct Traffic aufzuräumen.

Google News

  • Neues Google Update offiziell bestätigt. Google hat offiziell bestätigt, dass es am 12. März 2019 ein Core-Update des Google Algorithmus‘ gegeben hat. Wie in einem Beitrag von SEO-Südwest zu sehen ist, konnten für einige Websites starke Veränderungen im Ranking festgestellt werden. Laut searchengineland trägt das Update den Namen Florida 2 und soll eines der größten Updates sein, die uns in diesem Jahr erwarten. Zur Info: Core-Updates zielen für gewöhnlich nicht auf eine bestimmte Nische ab, sondern sollen dazu beitragen, die Relevanz der Suchergebnisse insgesamt zu erhöhen. In einem Beitrag vom TagSeoBlog wurden bereits verschiedene Thesen aufgestellt, welchen Fokus das Core-Update haben könnte.
Offizieller Tweet zum Core-Update
Offizieller Tweet zum Core-Update ©Twitter
  • Plötzlicher Anstieg des Duplicate Content in der Search Console. Sieht es in der Google Search Console so aus, als gäbe es plötzlich mehr Duplicate Content auf einer Website, liegt dies sehr wahrscheinlich bloß an einer veränderten Darstellung dieser Daten in der Search Console, wie SEO-Südwest in der vergangenen Woche berichtete.
  • Shopping Ads erscheinen jetzt zwangsweise auch in der Bildersuche. Google hat seinen Ads-Kunden die Wahlmöglichkeit genommen, Anzeigen nur bei Bedarf in der Bildersuche ausspielen zu lassen. Daher werden Anzeigen zukünftig zwangsweise in der Bildersuche erscheinen, wie Clixmarketing berichtete.
E-Mail an die Nutzer von Google Ads bezüglich der Umstellung
E-Mail an die Nutzer von Google Ads bezüglich der Umstellung ©Clixmarketing
  • In der robots.txt wird zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden. Über Twitter wurde John Mueller von einem Nutzer die Frage gestellt, wieso ein Pfad mit dem Namen „/TEST/“ gecrawlt wurde, obwohl der Pfad per robots.txt gesperrt sei. In seiner Antwort ging John Mueller darauf ein, dass in der robots.txt zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden wird und der Disallow für „Test“ des Nutzers daher nicht auf den Pfad „TEST“ angewendet wurde.
  • Neuer Test auf Mobilfreundlichkeit in Google Lighthouse. Die Prüfung einer Website auf Mobilfreundlichkeit in Google Lighthouse wurde um ein neues Feature erweitert. Nun wird auch getestet, ob der Platz um Links und Buttons herum für eine gute Mobilfreundlichkeit ausreichend ist, um versehentliche Klicks auf benachbarte Links oder Buttons zu vermeiden.
Information von Google über die Neuerung in Lighthouse auf Twitter
Information von Google über die Neuerung in Lighthouse auf ©Twitter

Vermischtes

  • 101 Tipps, die Eure Conversion Rate erhöhen. Das Search Engine Journal hat eine übersichtliche Liste mit 101 Tipps und Tricks veröffentlicht, die zur Verbesserung der Conversion Rate beitragen sollen. Hier finden sich Tipps wie „Biete diverse Möglichkeiten, dich zu erreichen (Telefon, E-Mail, Live-Chat …)“, „Verwende einen Countdown Timer“ oder „Erstelle verschiedene Landingpages für unterschiedliche Conversion-Goals“.
  • Die Begeisterung für die sozialen Medien in Deutschland ist rückläufig. Zu diesem Schluss kam das Kompetenzzentrum Öffentliche IT, welches zwischen 2015 und 2017 die Nutzung der sozialen Medien in Deutschland untersuchte und die gewonnenen Daten 2019 in seinem Deutschland Index Digitalisierung veröffentlichte. Demnach stieg die Nutzung der sozialen Medien zwischen 2015 und 2017 nur im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hamburg und dort auch nur geringfügig. In allen anderen Bundesländern war die Nutzung im untersuchten Zeitraum sogar rückläufig und sank zum Teil um bis zu 18 Prozent. Gefunden haben wir diese Meldung auf internetworld.de.Da wir aber weiterhin an die sozialen Medien glauben (schließlich kommen wir aus Hamburg), haben wir nun noch eine Social-Media-Nachricht für Euch!
  • Neue Zielgruppeneinblicke bei Pinterest. Auf Pinterest sind seit kurzem neue Zielgruppeneinblicke verfügbar, die Ihr im Analytics-Bereich Eures Accounts einsehen könnt. Hier findet Ihr Informationen über die Pinterest-Nutzer im Gesamten und über Eure eigene Zielgruppe im Speziellen. Außerdem könnt Ihr die Gruppen gegenüberstellen und direkt vergleichen.
Ausschnitt aus den neuen Zielgruppeneinblicken auf Pinterest
Ausschnitt aus den neuen Zielgruppeneinblicken auf Pinterest.

Unsere Tipps der Woche

  • 100 Frauen der Marketing Branche, denen man folgen sollte. Search Engine Land hat eine Liste mit 100 Frauen aus der Marketing-Branche veröffentlicht, die man auf dem Schirm haben sollte und von denen man sicher noch einiges lernen kann.
  • Komme ich jetzt ins Fernsehen? Ein Hund hatte offensichtlich großes Interesse daran, auch mal im Fernsehen (oder im Internet) zu erscheinen. Oder er hatte einfach riesengroßen Spaß daran, hinter dem Google-Street-View-Auto auf einer Straße in Kumage, Japan, hinterherzulaufen. Was auch immer die Intention des Hundes war, er hat es auf jeden Fall geschafft auf allerlei Bildern der Google-Street-View-Kamera verewigt zu werden.
Hund, der unbedingt ins Internet wollte
Hund, der unbedingt ins Internet wollte ©Distractify

Ein schönes Wochenende wünschen Euch

Jill und die SEO-Trainees

 

Lust auf einen Gastartikel?
Möchtest du einen Gastartikel auf SEO-Trainee.de veröffentlichen? Dann schau dir unsere Richtlinien für Gastbeiträge an und melde dich ganz einfach bei uns! Wir freuen uns von dir zu hören

Autor:In

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert